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Rote Gesangskanarien? Es gibt sie schon!
nach Dietmar Ackermann, Güstrow aus VF 5 / 2005 Seite 201 (Gekürzter Auszug)
Harzer Roller Gesangskanarien und rote Farbenkanarien stellen heute zwei verschiedene Kanarienrassen dar. Als solche sollten sie dann auch behandelt werden. Es gilt also, eine Eigenschaft der Rasse rote Farbenkanarien, nämlich die Farbe Rot in die Rasse der Harzer Roller Gesangskanarien einzukreuzen. Geeignetste Zuchtmethode ist die Verdrängungskreuzung (Übertragungskreuzung) Es handelt sich bei dieser Kreuzung um die extremste Form einer Kreuzung, da eine völlige genetische Veränderung einer Rasse beabsichtigt ist. Um von Anfang an „Nägel mit Köpfen" zu machen empfiehlt Dietmar Ackermann:
1. In die Zucht ist die Beachtung des optischen Blaufaktors O (wie Optik) mit einzubeziehen. 2. In jeder Generation sollten mehrere Verpaarungen vorgenommen werden.
Und nun zum Zuchtablauf : P = Parentalgeneration (oder auch Ausgangsgeneration) :
Nach dem 1. Mendelschen Gesetz entstehen 100 % Spaltorange Nachkommen.
Davon sind:
50 % Spaltorange O = einfaktorig und 50 % Spaltorange O = zweifaktorig
Mit dem O = zweifaktorig und spezieller Farbstoffzusatzfütterung erreichen die spaltorangenen Vögel im Phänotyp bereits das Zuchtziel für die Farbe Rot. Im Genotyp allerdings nicht. Nun wissen wir, dass jede Verpaarung (bei nicht dominanten Erbfaktoren) im normalen Erbgang Nachzucht bringt, die die Elterngene, jeder Vogel zu gleichen Teilen, in sich trägt. Die Verteilung der Erbanlagen von den Eltern auf die Nachkommen erfolgt im Einzelfalle rein zufällig, im Ganzen aber nach statistischen Gesetzen. Nun wollen wir uns nicht auf den Einzelfall konzentrieren, denn dies wäre ein äußerster Glücksfall – im positiven Sinne. Außer Acht lassen sollten wir ihn aber nicht.
Auch in der F1 bis F4 wird immer wieder ein reiner Gesangshahn angepaart. Es ergibt sich noch die Frage, welche Gesangsvögel paaren wir an? Vögel mit markanten tiefen Touren oder mit mittleren Touren? Hier liegt die ganze Tragweite der Schwierigkeit dieser Zuchtrichtung, die einen einzelnen schier verzweifeln lässt. Es sollten immer nur die Weibchen zur Zucht verwendet werden, deren Brüder die besten Sänger waren.
F1 (1. Filial-Generation)
Nachzucht:
Es fallen unter anderem: 25 % Spaltorange – davon wieder 50 % O = einfaktorig und 50 % O = zweifaktorig F2 (2. Filialgeneration)
F3 (3. Filialgeneration)
F4 (4. Filialgeneration)
F5 (5. Filialgeneration)
Achtung: Jetzt wird kein reiner Gelber Harzer Roller mehr verwendet, sondern ein Spaltorange Hahn mit optischem Blaufaktor aus der F4.
Ergebnis:
Spaltrot alle mit O = zweifaktorig Orangerot alle mit O = zweifaktorig Vollrot alle mit O = zweifaktorig
Diese werden dann weiter in der F6 untereinander verpaart. Der Umwandlungsprozess von einer Rasse in eine andere Rasse ist damit abgeschlossen.
Grundsätzlich werden immer nur die Weibchen zur Zucht verwendet, deren Brüder die besten Sänger waren.
Anmerkungen zum Artikel von Dietmar Ackermann:
Was ist denn nun der optische Blaufaktor?
Nähere Erläuterungen hierzu unter: „Gelb ist nicht gleich Gelb - Der optische Blaufaktor".
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