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Vitamine und Mineralstoffe Vitaminmangel führt zur Verringerung der Vitalität und Widerstandskraft gegenüber Umwelteinflüssen und fördert somit das Entstehen von Krankheiten. Kann man mit dem Futter (reichliches Grünfutter) nicht genügend Vitamine zuführen, ist es zweckmäßig Vitaminpräparate in wässriger Form einzusetzen. Eine Überdosierung ist aber zu vermeiden, sie führt zur Hypovitaminose und kann ebenfalls besonders bei einer Überdosierung von Vitamin A und D Schäden herbeiführen. Für Vögel sind die Vitamine A, D3, E und C sowie der B-Komplex besonders wichtig. Diese gibt es als Vitaminkombination (z.B. Ursovit AD3EC wässrig oder Stress-Vitam-IN ) zu kaufen. In älteren Lehrbüchern kann man immer wieder lesen, dass zur Bildung von Vitamin A und D Lebertran zugeführt werden soll. Die Verabreichung von Lebertran muss einer kritischen Betrachtung unterzogen werden. Lebertran war der erste im Handel zu erwerbende Vitaminträger, der über Jahrzehnte hinweg, vor allem bei der Haltung von Weichfressern, sicher gute Dienste geleistet hat. Aus Tradition, aus Überlieferung und weil sie glauben, dass der Lebertran ein reines und unverfälschtes, nicht chemisiertes Naturprodukt sei, geben auch heute noch viele Vogelhalter ihren Tieren noch regelmäßig Lebertran, vor allem aber in der Brut- und Aufzuchtzeit. Lebertran wird aus der Leber verschiedener Fischarten gewonnen. Der Vitamingehalt dieser Lebern kann je nach Fischart, Geschlecht, Alter, Größe, Ernährungszustand, Jahreszeit, Nahrungsangebot, Wassertemperatur und anderen Umständen sehr unterschiedlich sein. Das Naturprodukt Fischleber wird zur Extraktion des Trans technisch bearbeitet. Es entsteht ein hochempfindliches, an ungesättigten Fettsäuren reiches Produkt. Licht und Sauerstoff führen schnell zu Umbauvorgängen im Lebertran, wobei Peroxide entstehen. Es gibt heute nur noch sehr wenige Kleinabnehmer für Lebertran. Das hat zur Folge, dass einige Zeit vergeht, ehe eine Tonne Lebertran vom Produzenten an die Apotheken verteilt und der Inhalt einer Flasche in einer Apotheke verkauft ist. Sind die ersten Milliliter aus einer Flasche abgefüllt, dann steht in dieser Flasche über dem Lebertranspiegel Luft, deren Sauerstoff auf den Lebertran einwirkt. Wärme beschleunigt die Vorgänge, die sich nach dem Kauf des Lebertrans im Besitze des Vogelhalters fortsetzen. Da dieser nur immer kleine Mengen aus der Flasche entnimmt und das öfter wiederholt, steht über dem Lebertran in der Flasche stets genügend Sauerstoff für Umbauvorgänge zur Verfügung. Der entnommene Lebertran wird dem Weichfutter zugesetzt oder nach überliefertem Brauch mit einem Glasstäbchen unter das Körnerfutter gerührt, bis die Samen von einer hauchdünnen Schicht Lebertran überzogen sind. Nun wurde vollständiger Kontakt mit Licht und Luft hergestellt. Was der Vogel dann aufnimmt, ist ranziges an Peroxiden sehr reiches Öl. Diese Peroxide zerstören die Vitamine A und E. Dadurch verringert sich der Vitamin A-Gehalt des Lebertrans. Die Zerstörung der Vitamine A und E setzen sich im Organismus des Vogels fort. Es wird also Vitamin E verbraucht, das eigentlich während der Fortpflanzung und Aufzucht von den Vögeln dringend für andere Funktionen benötigt wird. Schädigungen von vor allem Leber- und Herzmuskel bleiben häufig als Folge der Lebertranaufnahme nicht aus. Der stake Fettgehalt des Lebertrans, 99,8 % Rohfett, führt zu einer weiteren Belastung des Organismus. Zweifellos ist den Vögeln mit dem Lebertran eine gewisse aber nicht bestimmte Menge an Vitamin A zugeführt worden. Außerdem haben sie damit eine ebenfalls unkontrollierte, aber meistens zu große Menge an Vitamin D erhalten. Das mit dem Lebertran über längere Zeit oder gar ständig aufgenommene Jod ist meistens für den Organismus des Vogels nicht notwendig oder sogar schädlich. Einer Zufuhr von Vitamin A in unbestimmter Menge steht also eine Reihe von Schadensmöglichkeiten bei der Verfütterung von Lebertran gegenüber. Vitamin A kann aber heute weit besser und ungefährlicher in genau bestimmbarer Menge mit standardisierten Präparaten verabreicht werden. Es besteht also keine Notwendigkeit zur Verwendung von Lebertran. Die mit seiner Verfütterung verbundenen Gefahren und Schädigungsmöglichkeiten überwiegen derartig stark die durch ihn zu erreichenden Vorteile, dass von seiner Anwendung bei Vögel gewarnt werden muss. Mineralstoffe: Zur Sicherung einer ausreichenden Versorgung mit den benötigten anorganischen Stoffen kann man eine gute Mineralstoffmischung für Wirtschaftsgeflügel geben. Wenn diese zu fein gemahlen ist, wird sie von manchen Vögeln nicht aufgenommen. Sie muss dann über das Körnerfutter gestreut, an dem sie aber schlecht haftet oder dem Weichfutter beigemengt werden, wobei die Dosierung problematisch ist. Ich mische die Mineralstoffmischung für Geflügel (Grit) unter den Vogelsand und reiche diese Mischung in so genannten Naschnäpfen den Vögeln im Heckkäfig. Wenn die Vögel dieses ständig zur Verfügung haben, nehmen sie davon nicht zuviel auf.
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