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 In alten Zeitungen unserer Region nachgelesen

 

 

 

Heiligenstädter Zeitung und Kreisanzeiger am 3. December 1879:

 

Erneute Bitte des hungernden Spatz

„Insonders hochverehrter Mensch

Du siehst die Zeit ist wetterwend'sch

Der Schnee liegt hoch, kalt weht der Wind,

Das Vöglein darbt mit Weib und Kind.

Drum bitt ich auch in diesem Jahr,

Du wolltest unsrer nehmen war ,

Und Spenden was an Korn und Spelt

von Deinem reichen Tische fällt !

Jed Krümchen nehmen wir voll Dank

Und sind an Zwitschern und Gesang

Dereinst in holder Sommerzeit

Zu jedem Gegendienst bereit.

Beauftragt vom beschwingten Chor,

Trug ich Dir dies geziemend vor.

Nun öffne Deines Mitleids Schatz!

Ergebenst

Dein getreuer Spatz

Tagung von Gesangskanarienzüchtern in Erfurt im Jahre 1906

Heiligenstädter Zeitung, Obereichsfelder Kreisanzeiger, Dingelstädter Anzeiger vom 09.08.1906:

 

Erfurt. In Erfurt fand am 07. 08. 1906 die 16. Generalversammlung des „Verein Deutscher Kanarienzüchter" statt.

Laut Geschäftsbericht sind diesem Verein, Vereine aus ganz Deutschland mit zur Zeit 300 Mitgliedern (300 Vereine) angeschlossen.

Durch den Vorsitzenden Holzhausen aus Magdeburg wurde ein Vortrag zum Thema:

„Wie schaffen wir uns eine größere Gewähr für eine gerechte Bewertung der Vögel auf den Ausstellungen" gehalten.

Anmerkung:

Offenbar gab es da die Kasseler Einheitsskala noch nicht. 1914 wurde diese Kasseler Einheitsskala bereits bei der Vereinsmeisterschaft in Heiligenstadt angewendet.

 

Eichsfelder Tageblatt- Heiligenstädter Anzeiger – Kreisanzeiger

vom 10. 03. 1912:

 

Anzeige vom 10. März 1912:

Harzer Kanarien, Gute Zuchtvögel gibt ab: Joh. Vogelbein, Schillerstraße 743, Heiligenstadt

Anzeige November 1914: (noch mehrere Male im Jahr 1914)

Inserat:

1a Kanarienhähne, Originalstamm Seifert, mit herrlichen und zarten Gesangstouren und mit Goldmedaillen prämiert, offeriert a Stück 8, 10, 12 - 20 Mark. 1a Ausstellungsvögel 15 - 20 Mark inklusive Verpackung und Nachnahme.

1a Stammweibchen a Stück 1,50 Mark.

W. Holle, Nordhausen a. H. Kyffhäuserstraße 16 II.

 

Kanaria - Kalender 1940-1941, Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig:

 

Auszug aus dem Verzeichnis der Landesfachgruppen und Vereine:

 

14. Landesfachgruppe Thüringen.

Vorsitzer: Karl Koch, Erfurt, Regierungsstraße 19

Ringwart: Hermann Nöller, Erfurt, Blücherstraße 18

Obmann der Landesfachschaft Preisrichter: Max Thiel, Weimar, Dürrstraße 25

Obmann des Ehrengerichtes: Wilhelm Schreiber, Thörey über Erfurt, Am Anger 62

Vorsitzer der Kreisfachgruppe Thüringen-Süd: Otto Liebermann, Oberlind in Thüringen, Köppelsdorferstraße 6.

 

Kanarienzüchterverein D 9 Dingelstädt und Umgebung ( vom 20. Januar 1929 )

 

Vorsitzender: August Hartmann, Dingelstädt, Birkunger Straße 89, Ring 156.

Schriftführer: Josef Wehr, Dingelstädt, Lippestraße 51, Ring 164.

Kassierer: Johannes Kirchberg, Dingelstädt, Birkunger Straße 58, Ring 168.

Vereinslokal: Gasthof „Zur freien Aussicht"

Zusammenkunft: Jeden ersten Sonnabend nach dem 1. im Monat.

Mitglieder:

Kretzmer, Josef, Dingelstädt, Kerfstraße 27, Ring 160.

Große, Konrad, Dingelstädt, Unstrut 33, Ring 167.

Hartmann, B., Dingelstädt, Kefferhäuser Straße 7, Ring 157.

Müller, Paul, Dingelstädt, Grabenstraße 58, Ring 161

Reinhardt, Richard, Duderstadt, Ring 166.

 

Eichsfelder Tageblatt vom 02.12.1931:

 

Dingelstädt. Der hiesige Kanarienzucht –und Vogelschutzverein hatte am 29. Nov. im „Eichsfelder Hof" eine vielseitige Ausstellung eröffnet, die gut besucht wurde.

Im Ausstellungsraum hatten die kleinen Käfige mit ihren gefiederten Bewohnern zwischen Tannenbäumchen ihren Platz gefunden.

Da waren alle Kategorien vertreten und man konnte sich an den besonderen Arten der Vögel erfreuen. Über 100 Vögel waren ausgestellt.

Erfreulicherweise konnte man konstatieren, dass in der Farben –und Bastardzucht schon ersprießliches geleistet worden ist.

Neben den Kanarien hatte die Vogelhaltung Josef König, Küllstedt, Waldvögel ausgestellt und trug damit sehr zur Vielgestaltigkeit der Schau bei.

Weiter konnte man noch die prächtige Schmetterlings –und Käfersammlung vom alten Brasilienfahrer Wucherpfennig vorfinden.

Mit der Ausstellung hat der Vogelinteressentenverein wieder neuen Auftrieb bekommen.

 

 

Bericht von der Dingelstädter Vereinsmeisterschaft und der 1. Eichsfeldischen Verbandsmeisterschaft im November 1933:

 

Eichsfelder Tageblatt, Kreisteil Heiligenstadt, vom 15.11.1933:

 

Dingelstädt. Der Kanarienzucht –und Vogelschutzverein Dingelstädt veranstaltet auch in diesem Jahr eine Vogel-Schaustellung. Am Freitag 17. November findet die Vereinsprämierung statt. Sonnabend 18. November folgt die Verbandsprämierung des eichsfeldischen Kanarienzuchtverbandes. Anläßlich der Verbandsprämierung erfolgt die Austragung der eichsfeldischen Meisterschaft, bei der die Goldene- und Silberne Medaille sowie Diplome zur Vergebung kommen. Die Verbandsschaustellung findet statt am Sonntag den 19.11. im hinteren Saal des „Eichsfelder Hof". Geöffnet ist dieselbe vormittags 9 Uhr bis 6 Uhr abends. An der Schaustellung beteiligt sich auch in diesem Jahr eine Anzahl auswärtiger Sportskollegen z.B. aus Mühlhausen, Heiligenstadt, Westhausen, Küllstedt, Lengenfeld u. Stein und Kefferhausen, so dass jedem Vogelliebhaber Gelegenheit geboten ist wirklich gute Kanarien-Sänger sehen, hören und kaufen zu können. Zur Verlosung kommt eine große Anzahl guter Kanarien-Sänger. Die eichsfeldische Meister-Kollektion wird am 19.11. zur Vorführung kommen.

 

Eichsfelder Tageblatt vom 21.11.1933:

 

Dingelstädt. Ausstellung. Auch in diesem Jahr veranstaltete der hiesige Kanarien –und Vogelschutzverein eine Ausstellung verbunden mit der Austragung der eichsfeldischen Meisterschaft.

Vertreten waren Schausteller aus den Ortschaften Dingelstädt, Mühlhausen, Heiligenstadt, Küllstedt, Lengenfeld u. Stein, Kefferhausen und Westhausen.

Im schön dekoriertem Salon des „Eichsfelder Hof" waren mindestens 150 von den gefiederten Sängern in den herrlichen Farbenkleidern alle in einheitlichen Schaukästen ausgestellt. Viele recht teure Preistiere und Sänger waren zu sehen. Die am Abend erfolgte Verlosung brachte recht schöne Gewinne.

 

In der Vereinsausstellung am Freitag erhielten Preise:

 

Selbstzuchtklasse:

  1. Preis (Große goldene Medaille mit Urkunde) Peter Thüne, Heiligenstadt, 300 Punkte.

  2. Preis (Große silberne Medaille und silberne VDK Medaille) August Hartmann, Dingelstädt 294 Punkte.

  3. Preis (Große silberne Medaille und silberne VDK Medaille) Paul Müller, Dingelstädt, 288 Punkte.

  4. Preis (Silberne Medaille und silberne VDK Medaille) Egidius Hartmann, Dingelstädt, 273 Punkte.

  5. Preis (Kleine silberne Medaille und VDK Medaille) Hans Bindbeutel, Dingelstädt, 270 Punkte

Allgemeine Klasse:

  1. Preis (Mittlere silberne Medaille) Peter Thüne, Heiligenstadt, 291 Punkte.

  2. Preis ( Kleine silberne Medaille) Bruno Günther, Dingelstädt, 234 Punkte.

Die Eichsfelder Verbandssausstellung am Sonnabend hatte folgende Ergebnisse:

 

Selbstzuchtklasse:

  1. Preis (Eichsfelder Meistertitel und Große goldenen Medaille) Franz Pudelski, Mühlhausen, 312 Punkte.

  2. Preis (Große silberne Medaille) Albin Bode, Küllstedt, 306 Punkte.

  3. Preis (Kleine silberne Medaille) Peter Thüne, Heiligenstadt, 303 Punkte.

  4. Preis (Ehren-Diplom) August Hartmann, Dingelstädt, 300 Punkte.

  5. Preis (Ehren-Diplom) Paul Müller, Dingelstädt, 297 Punkte.

  6. Preis (Ehren-Diplom) Adolf Kaufhold, Büttstedt, 291 Punkte.

Allgemeine Klasse:

  1. Preis (Ehren-Diplom) Albin Bode, Küllstedt, 306 Punkte

  2. Preis (Ehren-Diplom) Peter Thüne, Heiligenstadt, 303 Punkte.

  3. Preis (Ehren-Diplom) Fanny Pabst, Mühlhausen, 279 Punkte.

  4. Preis (Ehren-Diplom) Paul Ackermann, Mühlhausen, 270 Punkte.

    1.  

Bußtag 21.11.1933:

 

Eichsfelder Anzeiger, Worbiser Tageblatt, Zeitung und Kreisblatt vom 21. 11. 1933

 

Dingelstädt. Ausstellung des Kanarienzucht –und Vogelschutzverein. 1. Eichsfeldische Meisterschaft

 

Alljährlich zu Anfang des Winters veranstaltet der Kanarienzuchtverein in Dingelstädt eine Ausstellung. In diesem Jahr erhielt diese Ausstellung eine besondere Note durch die Austragung der eichsfeldischen Meisterschaft. So war auch die Beteiligung der Schausteller in diesem Jahr besonders stark. Von Mühlhausen, Heiligenstadt, Westhausen, Küllstedt, Kefferhausen und Lengenfeld u. St. war die Ausstellung gut beschickt. Im Eichsfelder Hof, der mit den Reichssymbolen und dem Bild unseres Reichskanzlers ausgeschmückt war, sahen wir über 150 Kanarien in einheitlichen Ausstellungs-Gesangskästen. Weiße, gelbe und bunte Vögelchen waren vertreten. Unter ausgezeichneten Gesangskünstlern waren teure Preistiere mit vielen Auszeichnungen zu sehen und zu hören. Der Verein kann Stolz darauf sein, nach 4 1/2 jährigem Bestehen eine solche Ausstellung zu bieten die auch viel Verständnis und großes Interesse bei den vielen Besuchern fand. Zur Verteilung kamen silberne und goldene Medaillen sowie Diplome.

 

Anmerkung:

Der Dingelstädter Verein wurde am 20. Januar 1929 als Kanarienzuchtverein (D 9) Dingelstädt und Umgebung neu gegründet. Es ist davon auszugehen, daß die Vereinstätigkeit des 1906 gegründete Kanarienzucht –und Vogelschutzverein nach dem ersten Weltkrieg nicht weitergeführt wurde, so daß die den ersten Weltkrieg überlebenden Kanarienzüchter den Verein 1929 neu gründeten.

 

Eichsfelder Tageblatt vom 20.01.1937:

 

Bericht von der Deutschen Meisterschaft der Gesangskanarienzüchter in Hamburg.

In Hamburg wurde der Deutsche Meister der etwa 18.000 Gesangskanarienzüchter

ermittelt.

Im weiteren wurde dargelegt:

„Wer einen Vogel hat", pflegt in diesem Falle in Wirklichkeit Werte die ihm und anderen Freude bereiten und arbeitet an einer schönen Kulturaufgabe mit. Die Gesangskunst ist den kleinen Sängern keineswegs in die Wiege gelegt; es erfordert viel Mühe, Verständnis und Geduld, sie „konzertreif" zu machen. In der Liebe des Züchters zu seinem Tier und in der Freude an seinen künstlerischen Fortschritten steckt wahres Menschentum.

 

Eichsfelder Tageblatt vom 28. November 1939.

 

Dingelstädt. Gefiederte Sänger vor dem Preisrichter.

Seit vielen Jahren ist es bei dem im Jahre 1929 gegründeten Kanarienzuchtverein Dingelstädt Brauch, alljährlich eine Vereinsprämierung zu veranstalten um damit den Vogelfreunden in Stadt und Land zu zeigen, welche ersprießliche, recht mühevolle Arbeit von den Zuchtfreunden geleistet wurde. Davon legte auch die diesjährige Vereinsprämierung vom letzten Sonntag (26.11.39) in der Gaststätte „Zur freien Aussicht" Zeugnis ab. Das Gesamtergebnis der Bewertung war so, daß die Züchter zu ihren großen Erfolgen beglückwünscht werden können. Die Ergebnisse des Preisrichters über 300 Punkte lauten:

 

Klasse A Jungvögel:

  • Johannes Kirchberg 327 Punkte

  • Paul Müller 315 Punkte

  • Josef Wehr 312 Punkte

  • Josef Kretzmer 309 Punkte

  • Johannes Kirchberg 309 Punkte

Klasse B (ältere Vögel):

  • Paul Müller 321 Punkte

Die Sieger wurden durch Medaillen ausgezeichnet.

 

 

06. Dezember 1941: Thüringer Gauzeitung , Ausgabe Eichsfeld.

 

Ausgezeichneter Kanarienzüchter.

 

Dingelstädt. Mühlhausen. Der Kanarienzuchtverein Dingelstädt und Umgebung von 1929 konnte in diesem Jahr aus den verschiedensten kriegsbedingten Gründen keine Vereinsbewertung durchführen. So stellte Sportfreund Johannes Kirchberg dem Mühlhäuser Kanarienzuchtverein „Kanaria" eine Kollektion in der Jugendselbstzuchtklasse A 1941 zur Bewertung. Preisrichter Zausch, Halle, konnte dieselbe mit 333 Punkten als Spitzenkollektion bewerten. Es standen 19 Kollektionen (76 Vögel) zur Bewertung.

 

 

Zeitung „Das Volk" vom 02. 04.1960:

 

Worbis. Der neue Tierpark wird am 21.04.1960 eröffnet.

 

Der Auftakt zu den „Eichsfeldtagen" wird im Kreis Worbis am 21.04. die Eröffnung des neuen 4,9 Hektar großen Tierparks am „Altenbrunnen" geben.

Seit August des Vorjahres leisteten über 230 freiwillige Aufbauhelfer, darunter die Sportfreunde der Sparte Geflügelzucht, Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, Das Worbiser Jagdkollektiv und Schüler wie Pädagogen der beiden Worbiser Oberschulen bereits rund 1100 Aufbaustunden im Nationalen Aufbauwerk, um diesen neuen schönen Tierpark dem Eichsfeld und seinen Gästen zu schenken.

56 Tiere, darunter Rotwild und „Schwarzkittel" , Marder, Rebhuhn und Pfauenpärchen, Ring -und Goldfasane, Stock –wie Warzenenten, aber auch ein Waschbär, burmesische Schwarz –und chinesische Mandarinenten, gehören jetzt schon zum bestand des Parkes, der in seiner künftigen Entwicklung einen umfassenden Einblick in die gesamte heimische Tierwelt des Eichsfeldes geben sol. Augenblicklich erfolgt nicht nur Mergelabtragung für die Aufstellung eines Bärenzwingers (Meister Petz war ja in früheren Jahrhunderten auch im Vorland des Harzes heimisch) , sondern die Sparte Geflügelzüchter in Worbis ist dabei eine Neueinbürgerungsvoliere für Fasanen einzurichten um später dieses im Eichsfeld nicht mehr anzutreffende Niederwild in den Triften zwischen der Kreisstadt und der Landgemeinde Breitenbach wieder auszusetzen.

„Im nächsten Jahr wird am Altenbrunnen auch ein 200m2 großer Wasserspiegel aufblitzen und die Lebensbedingungen für die Haltung und Pflege des Wassergeflügels bilden. 1961 ist auch die Errichtung eines Mufflongeheges geplant. Und der Aufbau von Volieren für Tages –und Nachtraubvögel wie für den größten Teil der heimischen Singvögel ist bereits angelaufen. Wir hoffen, unseren Besuchern in absehbarer Zeit etwa 50 heimische Vogelarten zeigen zu können" erklärte uns Herr Peter Bartel zur Perspektive dieses schönen Geschenkes an die Naturfreunde und die Lernenden unserer näheren Heimat.

Am ersten warmen Sonntag des März zählte der neue Park bereits 250 Besucher

Und sie gaben besonders ihrer Freude darüber Ausdruck, dass sie bereits 3 bis 8 Morgen große Schwarz-, Rot –und Damwildgehege vorfanden. Am Eröffnungstage aber werden auch 7 Schaukäfige die im Eichsfeld lebenden Marderarten zeigen.

Es lohnt sich daher, einen schönen Sonntag zum Ausflug zu nutzen.

Anmerkung:

1990 wurde der Tierpark nach der Wende aus finanziellen Gründen geschlossen. Es fand sich kein neuer Betreiber.

Jetzt befindet sich auf diesem Gelände der Bärenpark Worbis.

1998 wurde mit Hilfe der Berufs –und Weiterbildungs- GmbH Thüringen in Uder mit dem Aufbau eines ökologischen Bauerngartens im Bärenpark begonnen. Er ist Teil eines auf dem Parkgelände entstehenden Bauernhofes mit Garten und Streuobstwiese.

 

Zeitung „Das Volk" vom 26.11.1970:

 

Kleine Sänger siegten.

 

Heiligenstadt. Die Heiligenstädter Kanarienzüchter haben schon öfter von sich reden gemacht und bei Meisterschaften des Bezirkes und unserer Republik erste und vordere Plätze belegt. Auch bei den Bezirksmeisterschaft am vergangenen Wochenende schnitten sie mit ihren gefiederten kleinen Sängern wieder hervorragend ab. Der Züchter Peter Thüne errang den 1. Platz und auch der 3. Platz wurde von einem Heiligenstädter Zuchtfreund errungen, von Josef Breitenbach. Wir gratulieren beiden Kanarienzüchtern zu diesem Erfolg sehr herzlich.

 

Zeitung „Das Volk" vom 28.12. 1971:

 

Erfolgreiche Kanarienzüchter.

 

Heiligenstadt. Recht erfolgreich waren die Mitglieder der Heiligenstädter Sparte im Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter die zur DDR-Meisterschaft in Leipzig ausstellten. Mit nur 6 Punkten Abstand zum neuen DDR-Meister Kurt Graf aus Staßfurt, belegten die Heiligenstädter Zuchtfreunde Sepp Christ und Josef Breitenbach mit 348 Punkten sehr gute Plätze. Bereits bei der Vorprüfung, die in Stotternheim erfolgte, errang der Zuchtfreund Josef Breitenbach mit 351 Punkte. Die gefiederten Sänger machten auch ihren Züchtern Sepp Christ und Peter Thüne alle Ehre und verhalfen ihnen zu der ebenfalls stattlichen Punktzahl von 348 bzw. 324 .

Zu dem ausgezeichneten Ergebnis züchterischer Leistungen möchten wir die Mitglieder der Heiligenstädter Sparte herzlich beglückwünschen.

 

Zeitung „Das Volk" vom 14.10.1971:

 

Zusätzlich für den Markt.

 

Heiligenstadt. Die Mitglieder aller Heiligenstädter Sparten im Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter haben mit Erzeugnissen zur Versorgung der Bevölkerung beigetragen. So brachten sie in diesem Jahr insgesamt 15197 kg Beerenobst, 6302 kg Feingemüse, 175.000 Stück Eier, 4300 kg Honig und 269 kg Weißfleisch zusätzlich auf den Markt. Darüber hinaus haben sie im Wettbewerb vor allem zur Verbesserung der Anlagen im Verband Eigenleistungen im Werte von über 9000 Mark vollbracht.

Anmerkung:

Niemand hat so etwas gezählt oder gewogen. Alle Angaben beziehen sich auf die Meldung der Vereine, welche wiederum ihre Mitglieder befragt hatten. Wenn also ein Kanarienzüchter oder ein Kaninchenzüchter einen Garten hatte, in dem ein Apfelbaum stand, der mußte schätzen wie viel kg Äpfel er in diesem Jahr von diesem Baum erhalten würde. Die wenigsten waren in der Lage so etwas konkret zu schätzen. War ein Kaninchenzüchter zugleich auch noch Kanarienzüchter so hat dieser die gleiche Menge doppelt gemeldet. War er auch noch Kleingärtner, hat er es dreimal gemeldet. Die Meldungen gingen von den Vereinen zum Kreisvorstand des VKSK und von dort zum Bezirksvorstand Erfurt. Von dort wurden sie nach Berlin zum VKSK Hauptvorstand weitergeleitet. Es versteht sich von selbst, dass auf jeder Ebene die Zahlen weiter geschönt wurden, weil ja alle im Wettbewerb untereinander standen.

Das Präsidium des VKSK Hauptvorstandes meldete dann die Ergebnisse der Wettbewerbsverpflichtung dem Politbüro, welches die Zahlen dann in irgendwelche Erfolgsmeldungen einfließen ließ.

Die erreichten Ergebnisse im sozialistischen Wettbewerb waren dann so, dass der Handel eigentlich keine Erzeugnisse mehr absetzen konnte, da ja die Eigenversorgung mehr als ausreichend gewährleistet war.

 

Zeitung „Das Volk" vom 22. 04. 1972:

 

Sinnvolle Freizeitbetätigung im Garten oder in der Kleintierzucht

Hobby und volkswirtschaftlicher Nutzen

Fast vier Millionen Mark Werte durch Mitglieder des VKSK (Krs. Heiligenstadt) in den letzten zwei Jahren

 

Über zweitausend Mitglieder zählt der Kreisverband Heiligenstadt der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter. Zu ihnen gehören Werktätige aller Schichten, Arbeiter, Angestellte, Angehörige der Intelligenz; Menschen, die in ihrer täglichen ihren Beitrag zur allseitigen Stärkung der DDR leisten. Hohe Leistungen in der Produktion bedingen einen sinnvollen Ausgleich in der Freizeit um sich zu erholen und neue kraft zu schöpfen. Vielfältige Möglichkeiten dazu bietet der Verband. Doch die Freizeitbetätigung im Garten oder in der Kleintierzucht ist nicht nur Hobby schlechthin; beachtlicher volkswirtschaftlicher Nutzen wird dabei erzielt.

Imponierende Zahlen des Kreises Heiligenstadt:

Fast vier Millionen Mark beträgt der Gesamtwert der Leistungen in den zurückliegenden zwei Jahren. Darin sind unter anderem so hervorragende Produktionsergebnisse enthalten wie

  • über 800.000 kg Obst und Gemüse,

  • fast 3 ½ Millionen Eier,

  • 42.600 kg Geflügelfleisch,

  • 26.955 kg Kaninchenfleisch,

  • 20.850 kg Honig,

  • 100.221 kg Schafmilch

  • und 114.600 kg Schweinefleisch.

  • An diesen hervorragenden Ergebnissen sind viele Sparten beteiligt; genannt seien hier die

  • Sparte Milchschafe Burgwalde,

  • die Kleingartensparte „Kupfermühle" Heiligenstadt

  • Sparte Rassegeflügel Rengelrode,

  • Kleingartensparte Hohengandern

  • Kleingartensparte Gerbershausen

  • und Kleingartensparte Rustenfelde.

  • Ihnen und vielen anderen gebührt Dank und Anerkennung.

    Frauen und Jugend stehen nicht abseits.

    Gartenarbeit und Tierzucht ist nicht nur ein Hobby für Männer. Immer mehr Frauen gewinnen Freude daran. So konnten in der Kleingartensparte „Bildstock" Uder 19 Frauen, in der Kleingartensparte „Leinetal" und „Kupfermühle" in Heiligenstadt 30 Frauen als Mitglieder gewonnen werden. Das sich die Frauen Gedanken machen, wie ihre Arbeit innerhalb des Verbandes verbessert werden kann, bewies das aus zehn Mitgliedern bestehende Frauenaktiv der Sparte Rassekaninchen Heiligenstadt; das jährlich Fleischverwertungslehrgänge durchführt.

    Auch die jungen Züchter verstehen bereits ihr Fach. Sie bewiesen das in ihrer ersten Jugendaktivschau. Die Zuchtrichter konnten hohe Noten und Preise vergeben.

    Eine besonders gute Arbeit leisteten die Jugendlichen Egon und Berthold Griethe, Lydia Gerling, Monika Gatnarzyk, Manfred Fasse und Jürgen Trümper.

    Heiligenstädter Kanarien singen im Ausland

    Bei der Einschätzung der Arbeit darf auch die Sparte Kanarien und Exoten nicht vergessen werden. Sie erfüllte ihre Exportverpflichtungen an Kanarien und Exoten mit 5712 Mark. Für den Inlandsbedarf wurden Zuchtmaterial im Werte von 160.370,00 Mark abgegeben. Die von dieser Sparte veranstalteten Ausstellungen werden von den Bürgern stets gern besucht, weil sie dort schöne Tiere und wertvolles Zuchtmaterial sehen können. Besonders verdient gemacht hat sich auf diesem Gebiet der Verbandsfreund Theo Vogelbein.

     

    Spezialzuchtgemeinschaften der DDR 1976:

    (nach Dr. Harry Kronberger, Krankheiten der Stubenvögel):

     

    Im VKSK der DDR waren die Vogelzüchter in der Kommission (ZEK) Ziergeflügel, Exoten, - Kanarien, die wiederum in zwei (SZG) Spezialzuchtgemeinschaften aufgeteilt war, organisiert.

    Es gab 558 Sparten (Vereine) mit 14.857 Mitgliedern

    • davon13.651 Mitglieder in 461 Sparten der SZG Ziergeflügel und Exoten

      • Sittiche

      • Prachtfinken

      • Hühnervögel

      • Zierenten

      • usw.

    • davon 1206 Mitglieder in 97 Sparten der SZG Kanarien

     

    In manchen Sparten war ein gemischter Mitgliederbestand von Sittich und Kanarienzüchter vorhanden. Deshalb gab es in diesen Sparten dann auch zwei Kassierer für zwei SZG. Wer Kanarien und Wellensittiche zugleich züchtete musste doppelten SZG Beitrag bezahlen, aber nur einmal VKSK Beitrag und nur einmal Spartenbeitrag. (Sparte = Verein)

    Anhand der ausgegebenen Ringe für das Jahr 1976 wurde ein im Jahr 1976 nachgezüchteter Vogelbestand in Höhe von 500.000 Stück geschätzt.

    Im Jahr 1976 wurden in der DDR 150 Vogelausstellungen durchgeführt. Die XXI. DDR Schau 1970 in Leipzig hatte 16.000 Besucher.

     

    In den Export wurden im Jahr 1970 folgende Anzahl von Vögeln gegeben:

    • 82.816 Wellensittiche

    • 2916 Nymphensittiche

    • 664 Agaporniden

    • 2.578 Zebrafinken

    • 1.820 Japanische Mövchen

    • 8.500 Kanarien

    Zeitung „Das Volk" vom 30.10.1984:

     

    200 Tiere erfreuten die Besucher

    Kreismeisterschaft der Ziergeflügel und Exotenzüchter

     

    Gezwitscher in allen Tonlagenerfüllte vor kurzem die Turnhalle in der Heiligenstädter Kollegiengasse.

    Die Sparte Ziergeflügel und Exoten des VKSK führte hier mit über 200 Tieren ihre Kreismeisterschaft durch.

    Zur Eröffnung konnten durch den Sekretär der Kreisorganisation, Genossen Wolfgang Scheler , zahlreiche Gäste begrüßt werden, unter ihnen Genosse Dieter Sell, Sekretär der SED Kreisleitung, Vertreter des Rates des Kreises und der Stadt sowie viele Verbandsfreunde der Sparte.

    Alle Gäste, besonders die Kinder, waren begeistert von dieser sehr gut vorbereiteten und gestalteten Ausstellung und der Farbenpracht der gefiederten Gesellen.

    Es waren Schauwellensittiche, Diamanttäubchen, Agaporniden, aber auch einheimische Waldvögel zu sehen, alles was von den 35 Mitgliedern dieser Sparte in ihrer Freizeit gezüchtet wird.

    Zu Meisterehren kamen die Verbandsfreunde Edith und Egon Jünemann bei Schauwellensittichen, Ingo Bräunig aus Uder bei Japanischen Mövchen, Johannes Sittel aus Rustenfelde bei Diamanttäubchen und Egon Jünemann aus Heiligenstadt nochmals bei Agaporniden.

    Allen Geehrten herzlichen Glückwunsch zu ihren züchterischen Erfolgen.

     

     

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